Reto Müller

Tiefschwarzes Basalt-Gestein findet seinen Weg ins Dampfbad

Mai 04 2024
Zinn, Basalt oder Appenzeller Granit sind die Materialien von Reto Müller (*1984). Für den jungen Thurgauer Künstler ist das Verändern von Erscheinungsformen, die wir als endgültig erachten, ein wiederkehrendes Thema in seinen Arbeiten.
Der Künstler Reto Müller

Ihn interessieren Umformungs- und Erstarrungsprozesse, die einerseits natürlich entstehen – etwa, wenn vulkanische Lava zu Basalt erstarrt – und anderseits durch kulturelle Eingriffe wie das erneute Einschmelzen und Formen desselben. Andererseits ist ihm bewusst, dass eine feste Form – sei sie noch so dauerhaft – lediglich eine Momentaufnahme darstellt und immer auch das Potential einer anderen Form in sich trägt. Deshalb experimentiert er mit der Veränderung von Aggregatszuständen – dem Verdichten oder Verflüssigen und dann wiederum Verdichten von unterschiedlichen Materialien.

Reto Müller arbeitet gerne mit Basalt. Er ist fasziniert von diesem Urmaterial, das aus Lava entstanden ist und dem “etwas Ewiges” anhaftet. In einer Giesserei in Polen, die Basalt industriell verflüssigt und giesst, konnte der Künstler, die eigens für das Dampfbad im Hotel Maistra verwendeten Basalt-Güsse realisieren.

2013 hat Müller die École Cantonale d’Art du Valais in Siders mit einem Bachelor of Arts in Fine Arts abgeschlossen. Zuvor hatte er sich an der internationalen Theaterschule Jacques Lecoq in Paris in Szenographie ausgebildet und die Gartenbauschule Oeschberg im Kanton Bern abgeschlossen. 2018 recherchierte er in Rom im Rahmen eines Stipendiums am Istituto Svizzero.

Für sein Schaffen wurde Reto Müller mit dem Manor Kunstpreis Schaffhausen 2023 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15'000 Franken dotiert und verbunden mit einer Ausstellung sowie einer Publikation.